Segeln auf dem brenzone - Gardasee

Segeln Brenzone GardaseeWenn man vom Segelsport spricht, bezieht man sich üblicherweise auf das Befahren von einer Strecke mittels eines Segelboots, auch wenn der Antrieb durch ein Segel bei vielen, sehr unterschiedlichen Sportarten erfolgt, wie zum Beispiel beim Segelflug, Deltagleiter, Snow-Kite etc. Der Segelsport unterscheidet sich von anderen Sportarten, weil er ein Wasserfahrzeug benötigt (das äußerst kleine Dimensionen haben kann, wie beispielsweise ein Surfbrett, oder extrem groß, wie im Falle der Wettkampf der überdimensionalen Jachten mit einem oder mehreren Schiffsrümpfen). Der Antrieb dieser Wasserfahrzeuge darf ausschließlich durch ein oder mehrere Segel erfolgen und die Bootsmannschaft, die aus einer oder mehreren Personen besteht, muss das Fahrzeug manuell manövrieren.

REGELN BEIM SEGELN GARDASEE
Der Segelsport findet vor allem beim Regattasegeln statt, das heißt Wettfahrten mit Segelbooten, bei denen normalerweise das Boot siegt, das die vorher abgestimmte Strecke in kürzester Zeit hinter sich legt. Bei Segelwettfahrten dürfen zur Fortbewegung nur die seemännischen Leistungsfähigkeit des Bootes sowie die Antriebskraft des Windes eingesetzt werden. Das heißt, dass jede andere Art von Antrieb verboten ist, einschließlich des Ausübens von bestimmten Körperbewegungen, die die Geschwindigkeit des Bootes erhöhen könnten. Die Startprozedur beinhaltet ein Rückwärtszählen des Countdowns, mit vorangehenden Signalen wie akustische Sirenen oder Nebelhörner sowie visuelle Signale wie Flaggen, die den Regatta-Wettbewerbern mitteilen, wie viel Zeit bis zum Start verbleibt. Die Wettbewerber müssen nach erfolgtem Startschuss die von den Organisatoren angebrachte Startlinie überschreiten. Wenn ein Teilnehmer die Startlinie vorher überschreitet, muss er zu seinem Ausgangspunkt hinter der Linie zurückkehren – dabei die Bojen außen umrunden, sonst riskiert er eine Disqualifizierung -, um einen neuen Start zu unternehmen. Manchmal muss die gesamte Startprozedur wiederholt werden, wenn sehr viele Boote im Voraus starten, und die Richter nicht in der Lage sind, alle zu identifizieren. Während der Regatta bestimmen die Regeln im Detail, wer die Vorfahrt vor den anderen hat und wie sich die Teilnehmer bei der Beachtung der Vorfahrt zu verhalten haben.

Nach Beendigung der Regatta können die Mitstreiter Einspruch beim Schiedsrichter der Regatta einlegen, wenn sie sich von anderen, die Vorschriften missachtenden Teilnehmern benachteiligt fühlen. Unter Anhörung aller beteiligter Personen und Bewertung aller eingegangenen Meldungen kann der Richter entscheiden, über einen gegen die Regeln verstoßenden Teilnehmer eine Strafe zu verhängen oder diesen zu qualifizieren. Es ist unmöglich, die überwältigende Varietät unter den Segelwettbewerben, die in den Meeren der Welt mit festgelegten Bootskassen abgehalten werden, zusammenzufassen. Allgemein kann man aber von zwei großen Regattaarten sprechen: Jollenregatten und Hochseeregatten.

JOLLENREGATTEN BRENZONE GARDASEE
In dieser Klasse werden alle Regatten zusammengefasst, die üblicherweise nur einige Stunden dauern und die sich entlang des „Regattareviers“ abspielen, das vom Regatta-Komitee mittels Signalbojen abgesteckt wird und die von den Booten umrundet werden müssen. Jollenregatten können auf offenem Meer, in Binnenseen oder in weiträumigen Wasserverläufen (Süßwasser) stattfinden. Die durch die Regatta-Bestimmungen definierten Strecken werden jeweils vom Regatta-Komitee festgelegt, so dass zumindest eine Teilstrecke gegen den Wind verläuft, um die seemännischen Fertigkeiten der Mannschaften auf die Probe zu stellen. Falls sich die Windrichtung während des Wettbewerbs ändert, kann das Regatta-Komitee entscheiden, dass diese Richtungsänderung voraussehbar war und die Teilnehmer bevorteilte, die die Änderung voraussehen konnten und mit einer entsprechenden Taktik antworteten.

In diesem Fall kann entschieden werden, die Bojen in ihrer Position zu belassen oder den Regattabereich entsprechend der neuen Änderung neu zu orientieren, unter Benachrichtigung aller Teilnehmer. Diese zweite Option wird meistens angewandt. Andererseits kann das Regatta-Komitee entscheiden, dass die Windrichtung nicht vorhersehbar war und daher nur auf zufällige Weise einige Teilnehmer bevorteilte. In diesem Fall bestätigt das Regatta-Komitee den ordnungsgemäßen Wettstreit und das Eintreffen an der letzten Boje bestimmt die Klassifizierung der Sieger (wenn normalerweise mindestens drei Strecken des vorgeschriebenen Regattabereichs zurückgelegt wurden). Oder es erfolgt eine Entscheidung, den Wettkampf zu annullieren. Einer der beliebtesten Strecken stellt das sogenannte ‚Olympische Viereck’ dar und hat seinen Ursprung in den klassischen Segelwettbewerben, die während der Olympischen Spiele ausgetragen wurden. Das ‚Olympische Dreieck’ hingegen wird auf einem Dreieckskurs ausgetragen und ist durch eine erste Strecke mit der ersten Boje, der Lee-Boje gekennzeichnet. Die Startlinie wird senkrecht zur Windrichtung ausgelegt (Fahrt erfolgt fast nur gegen den Wind). Dann folgt die zweite Boje oder Luv-Boje, sie liegt direkt in Windrichtung von der Startlinie, sodass die Boote zur zweiten Boje kreuzen müssen. Die dritte Boje, auch Raum-Boje genannt, liegt querab zu den beiden anderen Bojen. Die Strecken der Jollenregatten werden häufig alphanumerisch mit einem recht gängigen System aufgelistet: die Startboje hat den Buchstaben P, die Zielboje den Buchstaben A, die erste Boje (typischerweise die Lee-Boje) hat die Nummer eins und die anderen Bojen werden mit den nachfolgenden Nummern versehen.

Dementsprechend wird das Olympische Dreieck wie folgt definiert: P-1-2-3-1-3-4-A, insgesamt also sechs Teilstrecken. Im Laufe der Jahre wurden unterschiedliche Parcours entwickelt, die je nach den gegebenen Ansprüchen und Merkmalen der Segelboote, die am Wettbewerb teilnehmen, variieren. Daher gibt es sehr einfache Reviere wie die gerade Strecke mit nur zwei Bojen (mit einer Lee-Strecke sowie einer Luv- Strecke) oder sehr komplexe Reviere, wie beim America’s Cup in 1992, bei dem die Boote einem Parcours mit einer Mischung aus einer S- sowie einer geraden Strecke (Zielgerade, bei der man vor dem Wind segelt) folgten.

SEGELN MATCH RACE UND GARDASEE
Eine Unterklasse ist das sogenannte ‚Match Race’ auf Brenzone Gardasee. Bei dieser Regatta stehen sich lediglich zwei Teilnehmer gegenüber, die sich ein wahres Duell liefern. Bei dieser Regatta-Typologie von einer ‚Unterklasse’ zu sprechen hört sich vielleicht paradox an, denn der America’s Cup stellt den ältesten internationalen Segelwettbewerb überhaupt dar. Dennoch sollte unterstrichen werden, dass das moderne Match Race nur wenige Merkmale des American Cups verinnerlicht und wesentliche Unterschiede aufweist. Der größte Unterschied liegt sicherlich in der Tatsache, dass das Match Race den Gebrauch von zwei absolut identischen Booten vorsieht (allgemein als ‚One-Design’ oder auch Einheitsklassen bekannt), die außerdem bei einigen Teilstrecken während des Wettbewerbs von den Mitstreitern untereinander ausgetauscht werden (üblicherweise werden diese im Laufe von unterschiedlichen Abschnitten – oder ‚Round Robin’ - gefahren).

Diese Boote werden vom Organisationskomitee zur Verfügung gestellt, die alle Wettbewerber gleichermaßen für einen ganz bestimmten Zeitraum zuerst ausprobieren können. Die Teilnahme am Match Race erfolgt normalerweise auf Einladung, basierend auf der Klassifizierung in der sogenannten ‚Ranking List’ der FIV oder der ISAF: bei dieser Rangliste sind die Ergebnisse der vorherigen Wettbewerbe ausschlaggebend, multipliziert mit einem Schwierigkeitsindex, der je nach Wichtigkeit, Anspruch des Wettkampfs sowie Fertigkeiten der teilnehmenden Mannschaften variiert.

HOCHSEEREGATTEN BRENZONE GARDASEEB
Die Kategorie Hochseeregatta fasst alle Regatten zusammen, bei denen die abzufahrende Strecke unter Berücksichtigung der geographischen Merkmale des Regattareviers definiert wird. In diesem Fall kann das Regattarevier äußerst umfangreich sein und wie bei der Erdumsegelung sogar den gesamten Globus umfassen. Um das Hochseeregattarevier abzufahren, ist es daher notwendig, im oder gegen den Uhrzeigersinn Inseln, Kaps, Klippen oder andere Kontinente zu umsegeln. Natürlich können solche Regatten eine Dauer von ein paar Stunden bis zu einigen Monaten, sogar Jahre haben. Hochseeregatten können ganz unterschiedlicher Art sein, abhängig von diversen Aspekten. Man unterscheidet sogar zwischen Regatten mit oder ohne Zwischenstopps, manchmal aufgeteilt in Teilstrecken, und manchmal muss die gesamte Strecke ohne Unterbrechung für den Nachschub von Vorräten abgefahren werden. Letztendlich kann man eine weitere Unterscheidung zwischen Einzel-, Doppel- oder Team-Regatten vornehmen, abhängig von der Anzahl der Bordmitglieder, die zwischen einer oder zwei Personen bis hin zu einem Team ohne Personenbeschränkung variieren kann.

TECHNIKEN DES SEGELNS
Der Segelsport basiert auf der Interaktion von zwei Schlüsselelementen: die Technik sowie die Taktik. Die Taktik besteht in der Fähigkeit, Faktoren wie die Umweltbedingungen (Wind, Strömungen, Wetterbedingungen, Gegenspieler), die eigene Position im Regattarevier im Vergleich zu den anderen Wettbewerben zu interpretieren und untereinander abzuwägen. Außerdem spielt die Anwendung der unterschiedlichen Regeln an die gegebenen Bedingungen eine Rolle, sowie die Bewertung der Interaktion all dieser Faktoren, um daraus die beste Vorgehensweise zu bestimmen, und um letztendlich die besten Resultate im Wettbewerb zu erzielen. Die Technik andererseits bezieht sich auf die Wettbewerbsmittel, das Boot mit seinen Hauptkomponenten wie Rumpf (einer oder mehrere Rümpfe), Mast (oder Masten) sowie Segel. Da die technischen Aspekte eine so hohe Wichtigkeit bei den Segelwettbewerben einnehmen, versucht man normalerweise, deren Einfluss zu verringern und dafür die seemännischen Fertigkeiten der Teilnehmer in den Vordergrund zu stellen. Zur Erreichung dieses Ziels werden zwei Methoden angewandt: 1) Segelklassenbestimmungen sowie 2) die Anwendung von Handicaps (Ausgleich).

Der Segelsport kann bereits ab einem Alter von 6-7 Jahren betrieben werden, dank der kleinen Jollen namens Optimist (Länge üA 2,30 m, Segelfläche am Wind 3,25m2), die für die ganz Kleinen konzipiert wurden und die nach Aneignung der Segelgrundfertigkeiten die Möglichkeit haben, ihr Können bei Wettbewerben auch von hohem Standard – bis zu den Weltmeisterschaften - auszubauen.